Brände im Haus- und Wohnbereich

Bei Bränden im Haus- und Wohnbereich entstehen i.d.R. deutlich weniger Schadstoffe. Diese Schadstoffe sind zunächst mit dem Brandgas mobil; nach Ablöschen des Feuers und mit Abkühlen der Brandstelle werden sie an den Ruß gebunden oder kondensieren an kalten Oberflächen (z.B.Wände, Stahlträger). So sind sie für den menschlichen Organismus kaum noch verfügbar. Trotz der Anwesenheit von giftigen Stoffen während des Brandes besteht also an erkalteten Brandstellen im Haus- und Wohnbereich i.d.R. kein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Jedoch sollte man die Rußpartikel möglichst nicht anfassen, einatmen oder gar verschlucken.

Wohnungen können nach sorgfältiger Durchlüftung möglicherweise wieder bezogen werden, wenn keine Rußteilchen wahrzunehmen sind. Dies ist z.B. der Fall, wenn die Wohnung von einem Brand in der Nachbarschaft nur leicht verraucht wurde. Bei stärker betroffenen Wohnungen (z.B. Brand in der Wohnung, Rußspuren, starke Verrauchung) sind zunächst einige Vorsichtsmaßnahmen nötig.

Verhalten unmittelbar nach dem Brand

• Bei Unwohlsein sofort den Arzt aufsuchen.

• Ausgebrannte Räume erst betreten, wenn sie erkaltet sind und über mehrere Stunden ausreichend durchlüftet wurden (Rücksprache mit Feuerwehr, Polizei oder Brandschutz-Sachverständigen).

• Nur so lange wie nötig in den ausgebrannten Räumen aufhalten. Sind Asbest oder Weichasbest verbrannt, sollte auch für kurze Aufenthalte unbedingt Atemschutz verwendet werden.

• Außer Wertsachen und Dokumenten zunächst alles in der Wohnung lassen. Dringend benötigte Gegenstände oder Kleidung sorgfältig reinigen (Entfernung sichtbarer Spuren von Ruß).

• Grundsätzlich Nahrungs- oder Arzneimittel nicht mehr verwenden, wenn sie nicht festverschlossen aufbewahrt wurden.

• Verschleppung von Ruß und Brandrückständen vermeiden (Folien auf Laufwegen auslegen).

Reinigung von Brandstellen im Haus- und Wohnbereich

Hält man einige Schutzmaßnahmen ein (s. Abschnitt 5.1), können Reinigungs- und Sanierungsarbeiten oft von den Bewohnern selbst durchgeführt werden

(s. Abschnitte 5.2, 5.3). Möchte man die Arbeiten nicht selbst durchführen, kann eine Brandschadensanierungsfirma beauftragt werden.

Anmerkung: Sind Asbest oder Weichasbest betroffen, sollte eine Fachfirma mit der Sanierung beauftragt werden (s. Publikationen Asbest und Künstliche Mineralfasern.

5.1 Schutzmaßnahmen

• Schutzkleidung verwenden (Einweg-Schutzanzug mit Kapuze, Schutzhandschuhe, Atemschutz;z.B. in Baumärkten erhältlich).

• Schadstoffverschleppung vermeiden: Türen geschlossen halten, Schlitze abdichten, Luftzug vermeiden.

• Gehwege mit feuchten Tüchern auslegen.

• Gegenstände säubern, bevor sie in den nicht verschmutzten Bereich gebracht werden.

• Aufwirbelungen vermeiden.

• Gründliche Reinigung evtl. verschmutzter Körperteile vor dem Betreten nicht verschmutzter Bereiche, insbesondere vor dem Essen oder vor Rauchpausen.

5.2 Allgemeine Tipps zur Reinigung

Die Schadstoffe sind vorwiegend an Rußpartikel gebunden und lagern sich mit diesen ab. Um die Schadstoffe zu entfernen, müssen daher Ruß und angekohlte Teile sorgfältig entfernt werden.

Hauptkriterium für den Reinigungserfolg ist die Beseitigung aller sichtbaren Rußspuren.

Angekohlte Teile müssen entfernt werden.

 

Die grundlegenden Maßnahmen bei der Reinigung von Brandstellen sind recht einfach:

• Staubsaugen: Zur Erstreinigung. Feuchtes Tuch über die Ausstoßschlitze des Staubsaugers legen, dabei aber Hitzestau im Gerät vermeiden. Unter Umständen gekapselten Staubsauger oder Mikrofaserstaubbeutel verwenden. Bei staubenden Arbeiten unbedingt Atemschutz tragen!

• Feucht Wischen: Alle abwaschbaren Flächen und Gegenstände gründlich mit Spülmittellösung reinigen. Dabei Gummihandschuhe verwenden.

Darüber hinaus müssen verschiedene Einrichtungsgegenstände und Baustoffe je nach Umfang des Brandschadens z.T. aufwändiger behandelt werden

Beispiele für die Reinigung von Hausrat, Einrichtungsgegenständen und Baustoffen

• Textilien separat waschen bzw. reinigen, z.B. Kleidung und Gardinen

• Kinderspielzeug, Hausrat u.a. gründlich mit warmer Spülmittellösung abwaschen

• Bücher, Akten absaugen

• Tapeten bei Brandverschmutzung entfernen, grundsätzlich nicht überstreichen

• Deckenverkleidungen aus Kunststoff entfernen; ebenso Holzverkleidungen, falls das Rauchgas hinterdie Verkleidung gelangen konnte

• Putz: Rauchkondensat- und Farbschicht abstoßen, abbürsten oder abbeizen, ggf. Putz abstrahlen oder abschlagen

• Naturstein oder Keramik feucht abwischen, mit Bodenreinigungsmaschinen wischen. Ggf. nass abschleifen, Fugen ausfräsen und neu verfugen, nach Reinigung überfliesen

• Holzböden mit wenig Wasser nass reinigen, ggf. abschleifen und neu behandeln

• Teppichböden nass reinigen (Sprühextraktionsverfahren)

• PVC-Böden nass reinigen, angeschwelte Böden entsorgen

• Polstermöbel nass reinigen (Sprühextraktionsverfahren)

5.3 Umgang mit Löschmittelrückständen

• Schaum vor der Reinigung eintrocknen lassen.

• Löschpulverreste mit Staubsauger absaugen, festsitzende Krusten abkratzen, Partikel absaugen,Reste mit spülmittelhaltigem Wasser abspülen. Anschließend Flächen sofort trocknen. Bei Metallen Korrosionsschutzöle verwenden.

• Löschpulver nicht verschlucken, leichte Reizung der Schleimhäute möglich. Metallbrandlöschpulver(sehr selten): Einatmen größerer Mengen und Kontakt mit offenen Wunden vermeiden.

Entsorgung kleiner Mengen von Brandschutt

Bei der Abfallberatung in Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis erhalten Sie Hinweise zur sachgerechten Entsorgung des Brandschuttes, meist als Restmüll oder als Sonderabfall. Einige Beispiele sind:

• Kleine Mengen von Problemabfällen müssen in Kunststoffbehälter oder -säcke verpackt in die Restmülltonne oder zu Problemmüllsammelstellen gegeben werden, z.B. verkohlte Gegenstände.Asbesthaltige Baustoffe oder Glas- bzw. Steinwolle sind getrennt zu verpacken und der Problemmüllsammelstelle zuzuführen.

• Sonderabfälle (z. B. Farben, Lacke, Lösungsmittel, Batterien) sollten wie üblich getrennt den bekannten Entsorgungswegen zugeführt werden. Privatleute können Sonderabfälle an bestimmten Wertstoffhöfen oder Problemmüllsammelstellen abgeben.

• Wo sichtbar größere Mengen PVC oder andere chlororganische Stoffe enthaltende Materialienverbrannt bzw. verschwelt sind, sollte der Entsorgungsweg von der zuständigen Abfallbzw. Umweltbehörde festgelegt werden.

 

Quelle: BayLfU 2004 - PS1 / Umweltberatung Bayern